ZEITDIEBE-MAGAZIN

ungeheuerliche begebenheiten
Subscribe

Artikel der Kategorie Februar, 2012

Schokomann

Februar 12, 2012 Von: CharlotteBuff Kategorie: Prosaisches Kommentieren

Da stehst du nun: Schüchtern und trotzdem irgendwie dreist – in einer schummrigen Ecke, – schielst zu mir herüber und schämst dich ein wenig deiner mangelnden Perfektion. Das musst du nicht. Denn du bist schön. Was tust du mit mir? Was tust du mir an? Will ich? Ziemlich eindeutig wirkst du, wie du mich frech taxierst, mit deinen schwarzen Augen, die äußere Hülle etwas fehlerhaft, und nicht mehr in die Zeit passend, bietest du mir trotzdem, oder vielleicht sogar gerade deshalb, ein unwiderstehliches Bild männlicher Ausstrahlung. Ich weiß, was du willst, – was ich will…

chocoman (orig. Jorge Barrios)

Meine Hände berühren dich mehr als zärtlich, während du wie Wachs in denselben weiche Knie bekommst, die Kleider fallen, …ich zerre an deinem silbernen Gürtel, weder verhehle ich die Leidenschaft, die du und dein süßer Körper in mir weckt, noch ignoriere ich das lodernde Feuer, welches der Geschmack deiner Lendengegend in mir auslöst. Schamlos, haltlos, zügellos vereint sich meine Zunge mit deiner wunderbaren Haut, lecke, sauge und traktiere ich deine Brust mit meinen Liebesbissen, bis ich, berauscht von deinem feucht-warmen Duft, vollends die Kontrolle über meine Sinne verliere. Wir beide wissen, dieses Erlebnis wird nicht mehr wiederholbar sein. Wir werden uns nie mehr wieder sehen und gerade deshalb, fallen nunmehr auch die letzten Schranken kontrollierten Denkens. Ich begehre dich, will dich mehr, als je einen Anderen deiner Sorte bevor. Ich verschlinge dich ohne Reue, Rücksicht und Bedauern. Denn nächstes Jahr gibt es mit Sicherheit wieder einen längst vergessenen Weihnachtsmann in meiner Speisekammer.

Tahir-Moment

Februar 11, 2012 Von: berndjoel Kategorie: Prosaisches Kommentieren

Old landing stageWir flüchteten vom Public Viewing des Strandcafes an das Ufer. Eine dichte Hecke versperrte uns den Weg, wir fanden eine eiserne Pforte, ihr Schloss öffnete sich. Wir liefen die maroden Holzbohlen hinunter, besetzten den Bootsteg, ein Tahir-Moment nur für uns beide. Uns geneigt hielt ein alter Pfahl unsere Gläser, unsere Füße baumelten über den Fluss. Lang streckten sich die Frachtboote auf ihren Spiegel im Wasser. Wolken krönten die Parkbäume am anderen Ufer. Und ich wollte deine Hand greifen, mit dir über den Fluss springen, gemeinsam erst die Bäume, dann die Ewigkeit erklettern – und ich vergaß darüber, dass es dazu nicht mehr bedurfte.