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ungeheuerliche begebenheiten
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Artikel der Kategorie Mai, 2011

Wo die Killergurke wütet

Mai 31, 2011 Von: muntifi Kategorie: Prosaisches 1 Kommentar →

killergurke ehec satire

Wochen später (Ette)
Ette hört einen Frauenchor. Unwirklich klingen die Stimmen an ihr Ohr und verschmelzen mit dem Autoverkehr, der hier im sommerlichen Hinterhof erträglich ist. Vogelstimmen beleben die von Häusern begrenzte Sonntagabendwelt. Das Haus gegenüber ist efeu- und weinbewachsen und Ette zählt die Tauben, die durch das beschädigte Fenster eines verglasten Balkons fliegen. Ein kleines Fenster im Gemäuer auf gleicher Ebene ist völlig zugewachsen und Ette vermutet eine unbewohnte Wohnung.

Samstagnacht (Pit)
Pit hat eben ein Baguette aus dem Automaten gezogen … (mehr …)

Langlaufzeiten

Mai 31, 2011 Von: berndjoel Kategorie: Atomkraft Kommentieren

Eine größere Augenwischerei ist kaum vorstellbar, was Frau Merkel da mit uns betreiben will.

Selbst der Bundesverband der Energiewirtschaft hält einen Ausstieg bis 2020 möglich und die schwarz-gelbe Koalition packt da noch zwei Jahre drauf, erst 2022 sollen die letzten 3 Reaktoren vom Netz gehen.

Die CDU/FDP Regierung will die Laufzeiten der Atomkraftwerke weiter in Reststrommengen berechnen und Stromkontingente abgeschalteter Atommeiler dürfen auf neuere AKW übertragen werden. Diese Regelung hat es laut Jochen Stay von ausgestrahlt.de in sich, denn nach ihr kann es passieren, dass von den 9 noch laufenden Reaktoren kein einziger Reaktor vor 2021 vom Netz geht.

Aber selbst bei den „offiziellen“ Zahlen sind im Vergleich zum alten Atomausstiegskonsens von Rot/Grün die Gesamtlaufzeiten aller Reaktoren um 18 Jahre verlängert worden.

Immerhin hat Bundesumweltminister Röttgen noch einen Geheimplan, eine Studie aus eigenem Hause über einen problemlos machbaren Atomausstieg bis 2017, gut verschlossen in der Schublade, wie am 26. Mai Welt Online berichtete – falls auch die CDU unter 5% fällt.

 

Laufzeiten der deutschen AKW´s (Stand: 30.05.2011)

Atommeiler Alte Laufzeit Rot-Grün (*) Verlängerung Schwarz-Gelb (*) Neue Laufzeit Schwarz-Gelb (*) Differenz Alt / Neu
BADEN-WÜRTTEMBERG
Neckarwestheim I 2011 bis 2019 bereits vom Netz
Neckarwestheim II 2022 bis 2036 bis 2022
Philippsburg I 2012 bis 2020 bereits vom Netz minus 1 Jahr
Philippsburg II 2018 bis 2032 bis 2021 plus 3 Jahre
BAYERN
Isar I 2011 bis 2019 bereits vom Netz
Isar II 2020 bis 2034 bis 2022 plus 2 Jahre
Grafenrheinfeld 2014 bis 2028 bis 2021 plus 7 Jahre
Gundremmingen B 2015 bis 2030 bis 2021 plus 6 Jahre
Gundremmingen C 2016 bis 2030 bis 2021 plus 5 Jahre
HESSEN
Biblis A 2011 bis 2020 bereits vom Netz
Biblis B 2012 bis 2020 bereits vom Netz minus 1 Jahr
NIEDERSACHSEN
Unterweser 2012 bis 2020 bereits vom Netz minus 1 Jahr
Grohnde 2018 bis 2032 bis 2021 plus 3 Jahre
Emsland 2020 bis 2034 bis 2022 plus 2 Jahre
SCHLESWIG-HOLSTEIN
Brunsbüttel 2012 bis 2020 bereits vom Netz minus 1 Jahr
Krümmel 2019 bis 2033 bereits vom Netz minus 8 Jahre
Brokdorf 2019 bis 2033 bis 2021 plus 2 Jahre
Differenz Total plus 18 Jahre

(*) Quelle: Bundesumweltministerium

“Psst, seid ruhig, sonst weckt Ihr die Griechen auf”

Mai 30, 2011 Von: berndjoel Kategorie: Empörte Bürger Kommentieren

telepolis_W.Aswestopoulos

Plakat:

… stand auf einigen Plakaten der spanischen Bewegung “Democracia Real YA”, welche die zwischenzeitlich polizeilich geräumten Plätze inzwischen wieder besetzt hält.

Die Griechen haben das nicht auf sich sitzen lassen und seit Mittwoch erlebt Griechenland seit langem wieder friedliche Demonstrationen, Platzbesetzungen selbstverständlich inklusive.
Und es gab Transparente mit der Aufschrift “Wir sind aufgewacht”. Behaupte da noch jemand, Völkerverständigung sei nicht möglich. Nähere Informationen in dem Artikel von Wassilis Aswestopoulos auf Telepolis (heise online).

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e-G8

Mai 29, 2011 Von: berndjoel Kategorie: Internet, Videos Kommentieren

Das G8-Treffen der mächtigsten Politiker in Deauville, hat nicht nur normannischen Fischern einen Ausfall von Zehntausenden Euro beschert – oder von ganz unten gesehen der Meeresfauna eine kleine Erholungspause – , es fand auch eine ” e-G8” statt, eine eingeladene Runde mächtiger CEO´s der e-Branche, u.a. Vivendi, France Telekom, Huawei, die einen Katalog mit freundschaftlichen Empfehlungen erstellten.

Verworfen wurde der Beitrag des US-amerikanischen Jura-Professor Lawrence Lessig an der Harvard Universität, spezialisiert in Urheber- und Verfassungsrechten, zu den Gefahren einer staatlichen Regulierung des Internets. Seine Behauptung, es bestehe eine Komplizenschaft zwischen Regierungen und marktbeherrschenden Unternehmen und deshalb sei das Vertrauen der Internetgemeinschaft verspielt, erschien den CEO´s der e-Branche zu abstrus.

Hier seine Plenar-Rede (ab 2.10), in der noch einmal auf die unterschiedlichen Aufgaben von Unternehmen und Regierungen hinweist („Their job is profit for them. Your job is the public good.“):

 

busch_reloaded part I

Mai 29, 2011 Von: CharlotteBuff_b.j. Kategorie: Lyrisches Kommentieren

Hier startet ein literarischer Versuch, in der humoristischen Tradition von Wilhelm Busch zweifelhafte Moralauffassungen und heuchlerische Frömmelei satirisch und humorvoll zu verspotten, und zwar in einer so zeitnahen volkstümlichen Weise, dass wegen den dargestellten fiktiven Sex- und Gewaltszenen die Gedichte leider erst ab 18 Jahren freigegeben sind.

Ich bin über 18 Jahre alt: (mehr …)

Keine Wutbürger, sondern Mutbürger braucht das Land

Mai 28, 2011 Von: berndjoel Kategorie: Atomkraft Kommentieren

Wer ein Häuschen mitten im Grünen, und sei es auch nur eine Scheibchenvilla, als Hab und Gut sein Eigen nennt, nicht nur teuer über die Bank finanziert, sondern auch mit eigenem Schweiß aufgerichtet und mit eigenen Tränen über Handwerkspfusch begossen, als Traum eines Horts des Familienglücks in freier Natur, auch wenn er sich als Alptraum herausstellt, aber immerhin eine geglückte Flucht aus dem Straßenverkehrslärm der Großstädte, die durch Pendler verursacht wird, zu dem man jetzt selbst geworden ist und dafür mit immer höheren Benzinkosten abgestraft wird, – ja der will sich doch nicht der Gefahr aussetzen, jetzt Windmühlen vor seinem Eigenheim pflanzen zu lassen. Hohe Masten, die eins die Aussicht verschandeln, ewig dumpfes Surren, das einen die Waldesruhe raubt. Und seinen finanziell gewaltigen Aufwand, die Investition eines ganzen Arbeitslebens, – zusätzliche Überstunden und Schwarzarbeit statt schöner Stunden, welche die Beziehung zu Frau und Kindern vielleicht hätte retten können, kaum Zeit wenigstens den Hund im Grünen auszuführen -, auch noch durch eine Wertminderung verhöhnt.

Da kommt Wut auf: Atomausstieg ja, wenn es denn sein muss, aber bitteschön, nicht vor der eigenen Haustür, denn – und hier kommt das Totschlagargument – das Ausland wolle schließlich auch nicht verzichten. Auch ist der Deutsche preußisch erzogen und eine Entscheidung wird konsequent durchgezogen, auch wenn sie sich schon lange als falsch herausgestellt hat – denn dazu braucht es Mut.