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ungeheuerliche begebenheiten
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Artikel der Kategorie April, 2011

Turmbau zu Babel

April 30, 2011 Von: berndjoel Kategorie: Atomkraft Kommentieren

Manchmal erinnern mich Atomkraftwerke an den Turmbau zu Babel. Genauso unsinnig, denn Alternativen sind vorhanden. Genauso vermessen, denn das Risiko ist zu groß, da die Folgen einfach zu verheerend sind. Friedlich ist die Nutzung von Atomenergie nicht, und ihre Gefahr macht keinen Unterschied zwischen Befürwortern, die aus Gewinnsucht russisches Roulette mit Gesundheit und Leben anderer spielen, und ihren blinden Gefolgsleuten, die im tiefen Glauben sind, es wird schon nichts passieren und die da oben wissen, was sie tun und haben schon alles unter Kontrolle.

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Wie kam der Papst zur Jungfrau?

April 30, 2011 Von: berndjoel Kategorie: Karneval, Kirche Kommentieren

Das Kölner Dreigestirn hatte kurzfristig im Februar 2011 eine Audienz beim Papst in Rom. Prinz, Bauer und Jungfrau waren nervös, der WDR berichtete. Warum erschienen sie wie gejagt – und gleichzeitig „unglaublich froh, bei ihm sein zu dürfen“? Was der WDR verschwieg: Das Dreigestirn hat beim Vatikan, mit Tränen in den Augen, politisches Asyl beantragt.

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Der Hoffnungsträger

April 30, 2011 Von: berndjoel Kategorie: Prosaisches Kommentieren

Das Land war müde. Müde von der Arbeit, die immer weniger einbrachte und die Menschen erdrückte. Müde von Politikern, die vor den Wahlen viel versprachen und nach den Wahlen Sachzwänge,  vor deren Altar sie den Menschen noch mehr Opfer abverlangten, aus den Hut zauberten, während sie sich und ihren Geldspendern die Taschen voll stopften. Aber die Menschen gehorchten, denn sie waren blind vor Angst. Vor der Unsicherheit, morgen ohne Arbeit und ohne genügend Geld dazustehen, ohne Ansehen, als Drückeberger verdächtigt. Hinzu kam die Angst vor Terroristen, Angst vor einer Einwanderungsschwemme von Menschen, denen es noch viel schlechter ging, und, wegen den vielen, die bereits im Lande waren, eine große Angst vor Entfremdung. Und es herrschte Angst vor dem Schreckensbild eines Rentnerbergs, der sich angeblich nicht mehr bezahlen ließe, Angst vor Seuchen und Katastrophen. Müde, ängstlich und fast schon hoffnungslos wünschte sich das Land jemanden, dem es wieder vertrauen konnte.

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Frühjahrsputz

April 30, 2011 Von: maluma Kategorie: Fragmente Kommentieren

Eine reichliche Aussteuer hatte ich mitbekommen. In meiner Bleibe versuchte ich es mir gemütlich einzurichten. Schmückte die Wände mit selbst gemalten Bildern. Im Wohnzimmer hängt mein größtes Bild. Hübsch gerahmt, Aluprofil, gebürstet und poliert, 70 x 100 cm. Das Glas hat einige Kratzer bekommen im Laufe der Jahre. Und ab und an hängt es ganz schön schief. Eine Kommode steht auf dem Flur, mit vielen Schubladen, darüber ein großer Spiegel. Die Schubladen meiner Kommode gefüllt mit wichtigen und nichtigen Dingen. Aussortiert, umsortiert. Neue Dinge finden ihren Platz. Umgezogen. Neu eingerichtet. Jeden Tag der gleiche Blick in den Spiegel. Fragend. Sehend. Fragend. Mein Blick bleibt am Spiegelbild hängen. So hatte ich mir das damals nicht vorgestellt. Wieder putze ich das Glas meines Bildes und freue mich über die Reflektion der Sonne. Richte das Bild neu aus, wie jedes Jahr.

Grauzone

April 30, 2011 Von: maluma Kategorie: Prosaisches Kommentieren

Ich erwachte. Der Ort war mir unbekannt. Auch wusste ich nicht, wie ich hierher gekommen war. Ein grauer Mantel, kalt umhüllte mich das Vergessen im dunklen Gedränge. Ein heller Lichtschein, kurz öffnete eine junge Frau mit gewagtem Dekolleté den Raum. Eine freundliche Stimme, sie rief:” Bergmann? Ralf Bergmann?” “Ja”, hörte ich es antworten. Ralf Bergmann verschwand. Vor mir eine Frau Meier, neben mir ein Herr Ohligschläger. Es funkte zwischen den Beiden, direkt vor meinen Augen. Das ging nun wirklich zu weit. Die Frucht des Tête-à-tête stellte sich sofort ein: Ein fahler Junge. Selten sah man ihn bei Tageslicht, die Eltern hielten ihn fern, auch schreien hörte ich ihn nie. Er verstarb kurz darauf an Stauballergie. Aber das ist wohl so bei Karteileichen. Er wurde biometrisch erfasst und 30 Jahre aufgebahrt.

G8-Pappnasen

April 29, 2011 Von: berndjoel Kategorie: Karneval, Kommentare Kommentieren

Entgegen manchen, immer wieder aufkommenden, Gerüchten ist der Kölner Karneval bekannt für seine gesellschaftskritische Tradition, bei dem auch brisante Themen mit viel Humor und Toleranz zu Worte kommen. So auch dieses Jahr, zum Rosenmontagszug am 7. März 2011.

Vorab:

Auch  z e i t d i e b e – m a g a z i n  war vertreten!

g8 pappnasen vampire zeitdiebe rosenmontag 2011

--- blutrünstig nach Tauben Ausschau haltend ---

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